Der Tiefpunkt

So ist es eine Regel, dass jeder Alkoholiker so lange trinkt, bis er seinen eigenen Tiefpunkt erreicht hat. So kann der Verlust des Führerscheins oder des Arbeitsplatzes bei dem einen ausreichen, eine Entgiftung anzufangen oder sogar eine Therapie dran zu hängen. Andere müssen die ganze Palette durchmachen, Führerschein weg, Arbeit weg, Familie weg, Haus weg, alles weg und erst dann sind sie bereit, vor dem Alkohol zu kapitulieren und eine Therapie anzufangen. Andere schaffen das nie und sterben am Sprit.
 
Aber für viele in der Therapie und den Selbsthilfegruppen war die Drohung, dass der Partner sich scheiden lässt, der auslösende Faktor, ein Leben ohne Alkohol zu beginnen.

So ist der Tiefpunkt für den Trinker natürlich auch ein Tiefpunkt für die gesamte Familie. Aber in einer gut funktionierende Gruppe wird den Angehörigen entsprechend geholfen werden, Die Menschen dort kennen ihr Fach, die Leiter sind ausgebildete Suchtkrankenhelfer und haben oft über Jahre hinweg Erfahrungen. Abgesehen von ihrem eigenen Leben, dass irgendwann einmal an dem gleichen Punkt stand und dann später zum Guten gewendet werden konnte. Darin liegt auch der Erfolg dieser Gruppen, dass alle genau wissen, wovon sie reden und gerne bereit sind, ihre Erfahrung mit anderen zu teilen.