Illegale Drogen

Der Besitz und Vertrieb von so genannten "illegalen Drogen" ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten; Verstöße dagegen sind strafrechtlich zu verfolgen. Außerhalb der Substanzbezogenen Gefahren, die diese Drogen mit sich bringen, kommt auf die jugendlichen Konsumentinnen, Konsumenten noch eine große Gefahr hinzu. In der Illegalität der Drogen steckt eine große psychische und soziale Gefährdung. Man wird selbst kriminell und kommt zwangsläufig mit entsprechenden Kreisen in Kontakt.
Das Leben wird geprägt durch Ladendiebstähle, Prostitution, wechselseitigem sich "linken" usw. und all das in einem Alter, in dem Menschen noch stark geprägt werden.
 
 
Haschisch und Marihuana (Cannabis-Präparate)
Haschisch ("Shit") ist das Harz der Hanfpflanze, Marihuana ("Gras") ihre getrockneten Blüten, Blätter und kleinen Stängel. Marihuana wird geraucht, Haschisch mit Tabak vermischt geraucht, in Kekse gebacken, in Tees getrunken.
 
Wirkung:
Individuell sehr unterschiedlich, häufig sind: allgemeines Wohlbefinden, gehobene Stimmung, Kontaktoffenheit, Gesprächigkeit, erst Ruhelosigkeit, später Antriebsverlust, Sinnestäuschungen, selten echte Halluzinationen, Veränderung des Raum-, seltener des Zeitgefühls, bei höheren Dosen überwiegt die Dämpfung.
 
Akute Gefahren:
Sinnestäuschungen und entsprechende Fehlhandlungen, Unfallgefahr, Angst- und Panikzustände bis hin zu "Horror-Trips" wie bei Halluzinogenen
 
Langzeitfolgen:
Krebs der Atemwege und Beeinträchtigung von Immunitätsvorgängen wahrscheinlich, Nachlassen der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, der Motivation zum Lernen ("Aussteiger-Mentalität"), Antriebsverlust, Depressionen, Verwirrtheitszustände, seelische Entwicklungsstörungen, Persönlichkeitsabbau bei intensivem Missbrauch.
 
Abhängigkeit:
langsam eintretende seelische Abhängigkeit, selten nachweisbare körperliche Abhängigkeit
 
Halluzinogene
LSD (synthetisches Produkt) ist das bekannteste Halluzinogen. Reicht die Wirkung der Halluzinogene subjektiv nicht mehr aus, erfolgt leicht Übergang zu anderen Drogen. Wirkungsdauer je nach Substanz zwischen 10 Minuten bis ca. 8 Stunden.
 
Wirkung:
Je nach Substanz unterschiedlich, Veränderung des Empfindens mit Sinnestäuschungen bis hin zu voll entwickelten Halluzinationen, Gefühlen der Entpersonalisierung, meist mit leichter Euphorie, trügerisches Gefühl der "Bewusstseinserweiterung", nicht selten: Angstgefühle bis zum "Horror-Trip" und offener Panik, Echo-Phänomene, auch lange Zeit später möglich.
 
Akute Gefahren:
Nicht als solche erkannte Sinnestäuschungen und entsprechende Fehlreaktionen, Halluzinationen mit Allmachts-Illusionen, u. U. selbstzerstörerische Handlungen wie Fenstersturz in dem Irrglauben, fliegen zu können, ein "Horror-Trip" kann in eine Psychose münden.
 
Langzeitfolgen:
Bei intensivem Missbrauch Abwendung von der realen Welt, Einkapselung, ausschließliche Beschäftigung mit esoterischen Dingen, schließlich Handlungsunfähigkeit, Apathie
 
Abhängigkeit:
Seelische Abhängigkeit
 
Heroin (Opiate)
Heroin (ein zentrales Schmerzmittel) wurde als vermeintlich nicht suchterzeugendes, in Wahrheit jedoch stärker wirksames, stärker euphorisierendes und stärker Abhängigkeitsförderndes Ersatzmittel für Morphium eingeführt. Wichtigstes Szene-Opioid, Grundhandelsware des Dealertums; weltweit verbreitet. Heroin ist nicht mehr im Handel und nicht verschreibbar. Es wird in die Vene gespritzt, durch die Nase geschnupft oder inhaliert.
 
Wirkung:
Beeinflussung des Zentralnervensystems, stark euphorisierend, angst- und schmerzlindernd, auf ein blitzartiges, orgiastisches Hochgefühl folgt wohlige Dösigkeit mit dem (unrealistischen) Gefühl des Einklangs mit der Welt und des Verblassens aller Probleme, negative Nachschwankung (Depression, Unruhe).
 
Akute Gefahren:
Häufig Tod durch Überdosierung und giftige Beimengungen - Bewusstlosigkeit, Atemlähmung, Infektionsgefahr (Geschwüre, Hepatitis, Aids), Unfallgefahr durch Bewusstseinstrübung und Koordinationsstörungen
 
Langzeitfolgen:
Dosis wird gesteigert, wegen Toleranzentwicklung, reizbar, aggressiv, Verlust jeglichen Interesses, Beschaffungskriminalität, Prostitution, Verwahrlosung, Abkehr von der realen Welt (Leben in der "Szene") Persönlichkeitsabbau, egozentrisiert, Wahnideen, Gehirnschäden, Abmagerung, Verödung der Venen, körperlicher Verfall.
 
Abhängigkeit:
Sich fast sofort einstellende stärkste körperliche und seelische Abhängigkeit
 
Kokain
Kokain wird aus den Blättern des in Südamerika wachsenden Kokastrauches gewonnen. Es ist weißes Pulver. Hoher Preis und kurze Wirkungsdauer bedeuten eine Konsumbegrenzung, aber auch Zwang zur Beschaffungskriminalität. Crack eine rauchbare Form des Kokains, ist in Deutschland bislang nur gelegentlich aufgetaucht.
 
Wirkung:
Starke Erregung des zentralen Nervensystems, Überaktivität, Euphorie, übersteigertes Kontaktbedürfnis, sexuelle Erregung, Hemmungslosigkeit, Allmachtsgefühle, Sinnestäuschungen, die positiv empfundene Phase endet in einem als Zusammenbruch erlebten Endzustand
 
Akute Gefahren:
Herz - Kreislaufüberlastung, Tod durch Atemstillstand möglich, Fehleinschätzungen mit paranoiden Reaktionen, Kurzschlusshandlungen, Halluzinationen bis zu offenen psychotischen Episoden
 
Langzeitfolgen:
Ein Leben zwischen Misstrauen, tiefen Depressionen, Verzweiflung und manisch-euphorischer Überaktivität, gepaart mit dem Gefühl der Unentrinnbarkeit, Aggressionen, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Abmagerung bis zum körperlichen Verfall, Persönlichkeitsabbau, Verwahrlosung, Auslösung / Entstehung von Psychosen möglich
 
Abhängigkeit:
Sehr starke, sich rasch entwickelnde seelische Abhängigkeit
 
Statistik:
In Deutschland liegt die Gesamtzahl der Abhängigen von illegalen Drogen bei etwa 120 000. Rund zwei Drittel von ihnen sind männlich. Der Anteil Erwachsener hat gegenüber dem Jugendlicher in den letzten Jahren zugenommen. Derzeit am häufigsten missbraucht werden Cannabis-Präparate (Haschisch, Marihuana) und Heroin. Steil angestiegen ist in den letzten Jahren der Missbrauch von Kokain.
 
Designer-Drogen und Schnüffelstoffe
Designer-Drogen werden in privaten Labors synthetisch hergestellt. Es werden ständig durch die Veränderung der chemischen Zusammensetzung neue Drogen entworfen. Durch die chemische Manipulation wird versucht das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen, bis die neue Droge für illegal erklärt wird. Sie werden geschluckt, gespritzt oder gesnieft.
Schnüffelstoffe (legal) sind meist flüssige organische Lösungsmittel (Aceton, Benzin u. a.), die eingeatmet zu einem Rausch, einer Trunkenheit, oft bis zur Bewusstlosigkeit führen. Zu dieser Gruppe gehören Kleber und Leime, Farbverdünner, Nagellackentferner u. v. a. Die Konsumenten sind überwiegend Kinder und "Teens".
 
Wirkung:
Designerdrogen: dämpfend bis euphorisierend oder halluzinogen
Lösungsmittel: Befindlichkeitsveränderungen, Rausch, ungewöhnliche, gesteigerte Sinneswahrnehmungen, Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
 
Akute Gefahren:
Designerdrogen: ein besonderes Risiko birgt die ungewisse Zusammensetzung des Stoffes. Rauschdauer, Intensität des Rausches und Nebenwirkungen sind kaum einzuschätzen, akute Vergiftungsgefahr
Lösungsmittel: Angstzustände im Rausch, Panikreaktionen, Erstickungstod in der Bewusstlosigkeit, Verbrennungen und Verätzungen der Atemwege
 
Langzeitfolgen:
Designerdrogen: je nach Substanz
Lösungsmittel: Einengung der Interessen, Entwicklungsverzögerung, chronische Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Appetitmangel, schwere Organ- und Nervenschäden durch einzelne Inhaltsstoffe wurden beobachtet, bei lang anhaltendem Missbrauch Demenz (Verblödung), spastische Lähmung
 
Abhängigkeit:
erhebliche seelische Abhängigkeit, bei Designerdrogen ist körperliche Abhängigkeit nicht auszuschließen
 
Statistik:
In Deutschland liegt die Gesamtzahl der Abhängigen von illegalen Drogen bei etwa 120 000. Rund zwei Drittel von ihnen sind männlich. Der Anteil Erwachsener hat gegenüber dem Jugendlicher in den letzten Jahren zugenommen. Derzeit am häufigsten missbraucht werden Cannabis-Präparate (Haschisch, Marihuana) und Heroin. Steil angestiegen ist in den letzten Jahren der Missbrauch von Kokain.