Was ist ein Rückfall?

Nicht selten herrscht schon erhebliche Verwirrung darüber, was unter einem Rückfall überhaupt zu verstehen ist. Viele sprechen von einem „richtigen Rückfall" und meinen damit, dass der Betroffene wieder ganz in sein altes Trinkverhalten mit schweren Räuschen oder Entzugserscheinungen zurückgefallen ist. Gelegentliches Trinken kleiner Alkoholmengen zählt für sie dann nicht, nach dem Motto: „Das war doch noch kontrolliert."
 
Andere denken bei einem Rückfall eher an die berühmte Schnapspraline nach dem Motto: „Ein Tropfen Alkohol und Du bist automatisch wieder voll drin"

Zur Klärung an dieser Stelle:
Ein Rückfall ist das bewusste Einnehmen von Alkohol oder Medikamenten mit Suchtpotential in jeglicher Form nach einer Zeit der Abstinenz.

Allerdings kann der Verlauf eines Rückfalls sehr unterschiedlich sein:

Oft fängt der Betroffene tatsächlich sofort nach dem ersten Schluck wieder an, Alkohol oder Medikamente in großen Mengen wieder zu sich zu nehmen. Manchmal gelingt es ihm aber zunächst durchaus, nur wenig oder selten Alkohol oder Medikamente zu nehmen. Es kommt zu einer allmählichen Steigerung, bis der Betroffene nach einer gewissen Zeit wieder in seinem „alten Fahrwasser" ist. Man spricht hierbei von einem so genannten „schleichendem Rückfall" Andere Betroffene berichten schließlich von einem einmaligen „Ausrutscher". In einer bestimmen Versuchungssituation haben sie Alkohol bzw. Medikamente genommen. Dies ist dann für längere Zeit der einzige Vorfall gewesen.