Leitbild LogoLeitbild der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe e.V.

1. Wir setzen auf persönliche Beziehungen.

"Ein Freund nimmt mich so an, wie ich bin." Ehemalige Patienten von Fachkrankenhäuser gründeten 1956 die ersten Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in Deutschland. Suchtkranke sollten offen und mit anderen Betroffenen und ihren Angehörigen über ihre Probleme reden. Persönliche Beziehungen und Freundschaft bilden die Grundlage für eine dauerhafte Abstinenz.

2. Wir sehen den ganzen Menschen.

"Den Menschen so annehmen, wie er ist." An christliche Grundwerte orientiert sich die Hilfe der Freundeskreise. Aus diesem Selbstverständnis heraus gehören die Freundeskreise zur Diakonie. Jeder ist willkommen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist wichtig für die Gestaltung eines zufriedenes Leben ohne Suchtmittel. Diesen Sinn müssen Suchtkranke und Angehörige für sich entdecken. Freundeskreise sehen den ganzen Menschen und bieten neue Perspektiven für Leib und Seele.
 

3. Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppen.

"Jeder hilft sich selbst und hilft dadurch dem anderen sich selbst zu helfen." Das Prinzip der Selbsthilfe ist nach Michael Lukas Moeller formuliert, nach dem Hunderte von Freundeskreisen heute arbeiten. Die Strukturen für die örtlichen Treffen entwickeln die Gruppen selbst. Selbsthilfe wird von Menschen organisiert die von Suchtmitteln abhängig waren bzw. sind, oder von ihren Angehörigen.

4. Wir begleiten eine zufriedene Abstinenz.

Freundeskreise fordern nicht, dass Alkohol in der Gesellschaft generell verboten wird aber durch ihre suchtmittelfreien Lebensweise zeigen die Mitglieder der Öffentlichkeit, dass ein Leben ohne Suchtmittel lebenswert ist. Sie leisten Aufklärungsarbeit in Betrieben, Schulen und Kirchen. In den Freundeskreisen finden Suchtkranke und Angehörige stabilisierende und solidarische Gemeinschaft in Freizeit und Geselligkeit.

5. Wir kämpfen gegen Alkohol und anderen Suchtmittel.

In erster Linie sprechen Freundeskreise mit Ihrer Gruppenarbeit Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit an. Sind aber auch offen für andere Süchte. Sofern Drogenabhängige es wollen bieten die Freundeskreise Hilfe in Form von Begleitung, Anleitung und Förderung an.

6. Wir leisten ehrenamtlich Hilfe.

Suchtkranke und Angehörige werden in den Freundeskreisen zu Helfern, indem sie ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Die unterschiedlichen Erfahrungen der Gruppenmitglieder ergänzen sich wechselseitig und führen gerade dadurch zu einer neuen Einstellung zu sich selbst. Durch die Leistung der Freundeskreise entsteht effektive Hilfe für den einzelnen und dem Wohlfahrtstaat werden große finanzielle Ausgaben erspart.

7. Wir sind auch für die Angehörigen Suchtkranker da.

Freundeskreise betrachten Sucht als Familienkrankheit. Sie bieten nicht nur dem suchtmittelabhängigen Familienmitglied Hilfe an, sondern sehen auch das Problem der Co-Abhängigkeit. Angehörige, aber auch Freunde und Verwandte haben daher ihren festen Platz in der Gruppe. Fast die Hälfte der Teilnehmenden in den Freundeskreisen ist weiblich: angehörige und abhängige Frauen. Erfahrungen und Verletzungen, die diese Frauen machen mussten, zeigen, dass sie für ihre spezifischen Probleme eigene Lösungen benötigen. Daher gibt es vielerorts zusätzliche Gruppen für Frauen bzw. Angehörige.

8. Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe.

Im Behandlungsverbund der Suchtkrankenhilfe arbeiten Freundeskreise Hand in Hand mit Beratungsstellen und Fachkrankenhäuser zusammen. Sie verstehen sich als unverzichtbarer Teil einer therapeutischen Kette, in der sie Motivationsarbeit leisten und praktische Hilfen zur Lebensbewältigung geben. Professionelle und ehrenamtliche Arbeit können sich so vor Ort optimal ergänzen. Auch auf Bundesebene sind die Freundeskreise in den Behandlungsverbund über ihre Mitgliedschaft im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche und der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren eingebunden.

9. Wir sind Freundeskreise.

Freundeskreis bedeutet: "Ein Kreis von Freunden". Über die Gemeinschaft in der örtlichen Gruppe hinaus wissen sich die "Freunde" in ihrem Anliegen miteinander verbunden auf den Ebenen der Landesverbände und des Bundesverbandes. Für die Darstellung der Gemeinsamkeit nach innen und außen präsentieren sie sich unter einheitlichem Namen und mit einem einheitlichen Erscheinungsbild. Um in der Öffentlichkeit erkennbar zu sein, bauen Freundeskreise ein positives Image der eigenen Organisation auf und kooperieren mit Partnern, die gleiche Ziele verfolgen.


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