1. Alkohol in der Gesellschaft

Umfassend wird über den Alkohol in unserer Gesellschaft berichtet. Es wird klar, dass es sich beim Alkoholismus um eine weit verbreitete Krankheit handelt, die sich in verschiedenen Stufen entwickelt.

Alkohol ist ein weit verbreitetes Phänomen in der gesamten Welt. Der Genuss vergorener Früchte gehört von Beginn der Geschichte zur menschlichen Kultur. Der Met der germanischen Völker, Wein aus Babylon oder Ägypten, im gesamten Orient, Bier, und später Getränke aus destillierten Grundstoffen sind immer wieder auch in der ältesten Literatur zu finden. Alkohol ist heute aus der Gesellschaft nicht wegzudenken, denn er ist fest integriert in Riten wie dem Abendmahl der Kirchen, er ist verankert in allen denkbaren Feierlichkeiten. Immer, wenn gefeiert wird, wird Alkohol in der unterschiedlichsten Formen angeboten. So gehörte Bier bis vor wenigen Jahren in Bayern zu den Grundnahrungsmitteln und der Genuss war auch während der Arbeitszeit erlaubt.
 
Wenn es gemütlich werden soll, dann gehört der Alkohol einfach dazu....

Alkoholische Getränke sind also nicht aus unserem Leben wegzudenken. Man muss nur einmal die Filme im Fernsehen bewusst auf das Trinkverhalten der Helden hin betrachten und man wird sehen, dass gerade die Guten und Starken immer wieder zu Bier, Wein, Whisky und anderen Getränken greifen, wenn sie eine Sieg errungen haben oder eine entspannte Situation geschildert werden soll. Von der Werbung möchte ich hier erst gar nicht anfangen, dort wird der Genuss alkoholischer Getränke mit allen möglichen tollen und erlebenswerten Situationen in Verbindung gebracht.

Auch in der Medizin spielt Alkohol als wirksamer Bestandteil vieler Medikamente oder auch nur zur Haltbarmachung eine wichtige Rolle.

So ist gegen diesen Stoff im Prinzip nichts zu sagen. Die allermeisten Menschen können ihn genießen, ein Bier oder Wein nach einem tollen Essen krönt das ganze und macht den Genuss für sie perfekt.

Immer wieder aber wird Alkohol auch missbraucht. Und wenn wir ehrlich sind, hat wohl schon fast jeder dies in seinem Leben getan. Alkohol ist eine Substanz, die unsere Wahrnehmungen verändert. Er verändert die Art, wie wir unsere Realität empfinden. Aber nur für die Zeit, die der Stoff in unserem Körper wirksam ist. Manchmal kann diese Veränderung angenehm sein, dann, wenn Sorgen geringer werden, wenn eine Freude größer wird.

Aber auch unser Reaktionsvermögen wird negativ beeinflusst, was ja auch durch eine Obergrenze in Promille in der Straßenverkehrsordnung entsprechend berücksichtigt wird. Auch wenn es absolute Promillegegner gibt, die immer wieder eine Diskussion um 0,0 Promille anfachen.

Der Begriff Alkoholmissbrauch ist natürlich sehr dehnbar. Wo fängt er an, ist ein Bier oder Wein gegen den Tagesfrust bereits Missbrauch? Hier muss jeder für sich die Grenze ziehen. So wie jeder Mensch, der in unserer Gesellschaft ja für sich selbst verantwortlich ist, immer wieder seine Grenzen für sich selber ziehen muss. Oder ist erst ein Vollsuff mit Filmriss Missbrauch? Es gibt Mediziner, die der Meinung sind, dass jeder Konsum von Alkohol mit dem Ziel der Stimmungsveränderung Missbrauch ist und das jeder, der einmal einen Filmriss hatte, bereits als Alkoholiker einzustufen ist!

Wir sehen also, dass auf der einen Seite Alkohol als fest integrierter Bestandteil nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken ist, auf der anderen Seiten aber durch den Konsum desselben erhebliche Gefahren heraufbeschworen werden können. Unsere Bundesrepublik hat ca. 86 Millionen Einwohner und 36 Millionen Haushalte. Und ca. 5 Millionen registrierte Alkoholiker, trockene und nasse. Das heißt, dass jeder siebte Haushalt mit diesem Problem belastet ist. Das heißt aber auch, dass jede Familie im weiteren Umfeld der Verwandtschaft damit Berührung haben muss!

Und das sind nur die statistisch erfassten Alkoholiker, also die, die bereits irgendwie auffällig geworden sind, sei es, dass sie den Arbeitsplatz deswegen verloren haben, ihre Ehe, ihren Führerschein oder dass sie eine Therapie begonnen und vielleicht auch beendet haben. Die Dunkelziffer allerdings wird auf nochmals 5 Millionen angesetzt, wenn nicht sogar höher.