Der rauchfreie Arbeitsplatz

Das Rauchen am Arbeitsplatz sorgt oft für Konfliktstoff. Arbeitgeber tun gut daran, den Nichtraucherschutz ernst zu nehmen, zumal sie die Arbeitsstättenverordnung und das Bundesnichtraucherschutzgesetz dazu verpflichten. Wo immer möglich, sollte aber auf einvernehmliche Lösungen gesetzt werden.

Früher konnten Nichtraucher im Wesentlichen nur auf verständnisvolle Chefs oder Kollegen hoffen, die ihnen ersparten, im "blauen Dunst" zu sitzen. Seit Inkrafttreten des Bundesnichtraucherschutzgesetzes (BNichtrSchG) im September 2007 gilt ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln und Bundesbehörden.
 
Bereits seit 2002 regelt die Arbeitsstättenverordnung das Rauchen am Arbeitsplatz und schreibt den Nichtraucherschutz verbindlich vor. Für Arbeitgeber heißt das: Sie müssen "die erforderlichen Maßnahmen treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind." (§ 5 ArbStättV). Seit 1. September 2007 gilt noch der Zusatz: "Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen."

Arbeitnehmer haben also einen Rechtsanspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, es sei denn, sie sind in Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr tätig (zum Beispiel Gaststätten). Dort sind "Schutzmaßnahmen nur insoweit zu treffen, als die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung es zulassen." (§ 5 ArbStättV).

Das Rauchen in der Gastronomie ist Ländersache. In allen Bundesländern gelten Nichtraucherschutzgesetze, die auch das Rauchen in Gaststätten untersagen. Weil eine bundesweite Regelung fehlt, erlauben einige Länder Ausnahmen wie abgetrennte Raucherräume, andere wiederum verhängen generelle Rauchverbote.
Recht sogar einklagbar
Nichtraucher, die sich belästigt fühlen und um ihre Gesundheit fürchten, können ihr Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz notfalls einklagen, eine einstweilige Verfügung erwirken oder wegen Verletzung der Arbeitsstättenverordnung eine Beschwerde beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt einreichen. Allerdings müssen sie ihren Arbeitgeber zuvor schriftlich über den Sachverhalt informieren und ihm im Rahmen einer vorgegebenen Frist Gelegenheit geben, seinen Verpflichtungen zum Nichtraucherschutz doch noch nachzukommen.
 
Nichtraucherschutz in der Praxis
Restriktive Maßnahmen, die über die Köpfe der rauchenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinweg umgesetzt werden, verhärten nur die Fronten. Arbeitgeber sind vielmehr gut beraten, Raucherinnen und Raucher in ihre Vorhaben zum Nichtraucherschutz einzubeziehen und Hilfe zur Raucherentwöhnung anzubieten.
Bewährte Maßnahmen, auf die Arbeitgeber zurückgreifen können, um Nichtraucherinnen und Nichtraucher zu schützen, sind beispielsweise:
  • getrennte Büros für Raucher und Nichtraucher
  • Raucherräume oder
  • Raucherecken
Entschließt sich der Arbeitgeber zu einem generellen Rauchverbot im Gebäude, so muss er zumindest Gelegenheit geben, im Freien zu rauchen.
Hält sich ein Arbeitnehmer nicht an die gemachten Vorgaben, kann der Arbeitgeber ihn abmahnen und – im Wiederholungsfall – kündigen.