FK Logo blue mini Die Entwicklung des Freundeskreises Emsland e.V.

Der Freundeskreis Emsland ist eine ehrenamtlich arbeitende Vereinigung (Selbsthilfegruppe) zur Rehabilitation von Suchtkranken und Suchtgefährdeten sowie deren Angehörigen. Inzwischen können wir auf ein über 30-jähriges Bestehen des als gemeinnützig anerkannten Vereins zurückblicken.

Anfänglich waren es lediglich lose Treffen von einigen abstinent lebenden Alkoholkranken.

Auf Anregung durch Wolfgang Hülsmann von der damaligen Beratungsstelle Lingen, schlossen diese sich im Herbst 1973 zu einer Gruppe, mit dem Ziel die abstinente Lebensweise alkoholkranker Menschen zu fördern und dem Missbrauch von Alkohol, Rauschgift, und Medikamenten wirksam entgegen zu treten, zusammen.

Schon im Frühjahr 1974 bildeten sich die ersten Gruppen in Meppen und Twist.

Die wachsende Zahl weiterer Interessierter, die sich in einer Gruppe treffen wollten, führte dazu, dass schließlich der Freundeskreis Emsland am 17. Oktober 1975 von 31 Betroffenen und Mitbetroffenen gegründet wurde.

Durch die Gründung des Vereins "Freundeskreis Emsland e. V." bekamen die Treffen Gruppenatmosphäre. Schnell bildeten sich weitere Gruppen in Lingen, Haselünne, Lähden, Dohren, Dalum und Haren.

Von den Gründungsmitgliedern ist Karin Plesse heute noch aktiv. Die erste Satzung vom 1.11.1975 war die Grundlage für den Eintrag am 29.12.1975 unter der Nr. 349 beim Amtsgericht Lingen als „Freundeskreis Emsland e. V.“.

Die anfänglichen Treffen im privaten Bereich waren durch das Anwachsen der Mitgliederzahl schon bald nicht mehr durchführbar, sodass geeignete Räume gefunden werden mussten. Bis 1981 traf man sich dann 14-tägig in den Räumen des DRK Meppen.

Weitere Gruppen bildeten sich auch in Lingen, Haselünne, Lähden, Haren und Papenburg. Diese kamen zunächst in den Räumen der Beratungsstelle, in den örtlichen Gemeindehäusern und Jugendheimen zusammen. Als die Kapazitäten des DRK-Hauses für die Gruppentreffen nicht mehr ausreichten, stellte die Stadt Meppen Klassenräume der Realschule zur Verfügung.

Gleichzeitig traf man sich auch im evangelischen Gemeindehaus Meppen. Die Atmosphäre in den Klassenräumen und der vorgegebene Zeitplan waren für die Treffen unzweckmäßig und entsprachen nicht den Vorstellungen und Anforderungen der Gruppenteilnehmer. Es fehlte eine persönliche Bindung und Vertrautheit, um die Gruppenarbeit auch weiter erfolgreich fortführen zu können.

Nach intensiven Verhandlungen, des damaligen Vorsitzenden Heinz Schwering (1980-1992), mit der Stadt Meppen, stellte diese dem Freundeskreis Emsland 1981/1982 dann ein leer stehendes Haus in der Schützenstraße zur Verfügung.

Nach einer intensiven und liebevollen Renovierung durch Mitglieder des Freundeskreises wurde im Oktober 1982 das erste Freundeskreishaus im Rahmen einer Feierstunde, an der auch zahlreiche prominente Gäste teilnahmen, mit einem „Tag der offenen Tür“ eingeweiht. "Unser Haus" bildete fortan den Mittelpunkt der gesamten Vereinstätigkeit und wurde bis 1992 sehr intensiv genutzt.

Da die Stadt Meppen zwischenzeitlich andere Pläne mit Haus und Grundstück hatte, mussten wir dieses leider räumen und verlegten vorläufig das Zentrum unserer Arbeit ins Haus am Schullendamm. Dieser anfängliche „Zwischenaufenthalt“ sollte dann doch bis Ende 1998 dauern.

FK Haus kleinAnfang 1999 fand dann der Umzug in unser neues und endgültiges Domizil in der Industriestraße 1a, Meppen Nödike statt. Auch hier haben wieder die Mitglieder des Freundeskreises die Renovierung in Eigenleistung übernommen und nach nur sechs Monaten erfolgreich abgeschlossen. Die feierliche Einweihung konnte somit im schon Oktober 1999 erfolgen.

Durch die eigenen Häuser wurde es möglich die Gruppenarbeit noch intensiver und individueller zu gestalten und vor allem zu erweitern. Inzwischen zählen auch Frauengruppen zum ständigen Angebot des Freundeskreises. Aktuell sind rund 180 Menschen dem Verein angeschlossen, die in den Gruppen Meppen, Haren, Lähden, Dohren, Lingen, Twist und Dalum ständig betreut werden.
 
Unsere Arbeit in der Suchtkrankenhilfe wird "rund um die Uhr' und ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Schwerpunktarbeit ist dabei die Festigung und gesellschaftliche Wiedereingliederung der, durch Alkohol, Medikamente, illegale Drogen oder nichtstoffliche Süchte, Betroffener und Angehöriger. Wir bieten Rat und Hilfe, von der Vorbereitung zu einer stationären Behandlung, bis zur Begleitung im Anschluss durch eine der zahlreichen Gruppen emslandweit. Gleichzeitig helfen wir, Vorurteile in der Öffentlichkeit abzubauen.

Laufend werden Erstkontakte, über die gesamte Bandbreite der Suchterkrankungen, zu Abhängigen und Angehörigen geknüpft. Dieser Personenkreis wird nicht nur in den Gruppen, sondern auch individuell und einzeln, durch viele ausgebildete Suchtkrankenhelfer betreut.

Dabei arbeiten wir auch mit anderen Abstinenzverbänden und Selbsthilfeorganisationen zusammen, unterhalten gute Kontakte zu suchtkranken Betreuungs- und Beratungsstellen, haben Verbindungen zu Fachkrankenhäusern, Ärzten, Behörden sowie den freien Trägern der Suchtkrankenhilfe.

In den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen, mit Gesprächen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch, bilden "ehemalige" Abhängige und Angehörige das Fundament und die Teilnehmer erhalten in Gruppen- und/oder Einzelgesprächen Motivationen für ein Leben ohne Suchtmittel. Dabei lernen Sie, über ihre Probleme und ihre Gefühle zu reden und andere Lösungen zu finden, als ein Suchtmittel zu nehmen. Ziel ist eine zufriedene abstinente Lebensweise zu erreichen. Dadurch werden Persönlichkeitsbildung und -festigung wieder gefördert und Rückfälle eher aufgefangen. Ebenfalls werden auch private Kontakte sowie die alkoholfreie Geselligkeit gepflegt.

Neben den ständigen Angeboten in den Gruppen werden zusätzlich weitere zahlreiche Veranstaltungen, wie die Fort- und Weiterbildung in der Suchkrankenhilfe, Familienausflüge und Kegelabende, Wochenendfahrten und mehr, angeboten. Da wir die Angehörigen von Suchtkranken von Beginn an mit in die Betreuung einbeziehen, tragen gerade diese Veranstaltungen sehr dazu bei, den Weg in das Leben ohne Suchtmittel zu finden.

Der Freundeskreis Emsland e.V. ist keiner Tradition verpflichtet und bietet jedem suchtkranken Menschen - gleich welcher Konfession oder Weltanschauung – Hilfe und Unterstützung an.

Der Name „Freundeskreis“ (wörtlich: ein Kreis von Freunden) kennzeichnet die Gruppe als Gemeinschaft/Kreis. Zwischen Freunden besteht das Gesetz von Leistung und Gegenleistung nicht. Ein Freund ist ein Mensch, der mich versteht, mich annimmt, wie ich bin und dieses ohne Wertung. Unter uns Freunden bestehen offene Zuwendung, gegenseitige Wertschätzung und wirkliches Ernstnehmen in jeder Situation. Dadurch entsteht eine angenehme Atmosphäre unter dem Mantel der Verschwiegenheit und dem gegenseitigen Vertrauen.

FK Logo blue mini So ist auch unser Logo, das gleichzeitig unseren Leitsatz darstellt, entstanden.