Hilfe! Mein Kind nimmt Drogen

Hilfe! Mein Kind nimmt Drogen!

Wenn Eltern oder Pädagogen bemerken, dass ein Kind oder Jugendlicher Drogen genommen hat, müssen Überreaktionen vermieden werden. Einmaliger Konsum ist noch keine Sucht, und auch bei wiederholtem Konsum hängt es von der Art der Droge und den persönlichen Umständen ab, wie schnell eine Abhängigkeit entsteht.

Vorwürfe und Schuldzuweisungen oder Panikreaktionen können sehr dazu beitragen, das Vertrauensverhältnis (weiter) zu zerstören und die Situation zu verschlimmern.
Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben, Hilfe anzubieten, auf die Probleme des Betroffenen einzugehen; denn der Kontakt mit Drogen darf auch nicht verharmlost werden.

Darüber hinaus muss sich jeder fragen, wie er selber Probleme löst, wie schnell zu einem vermeintlich harmlosen Mittel gegriffen wird, wie man mit Nikotin, Alkohol und Medikamenten umgeht. Jeder, der mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, sollte sich bewusst sein, dass er eine Vorbildfunktion hat und dadurch suchtvorbeugend wirken kann.

Einstiegsdrogen

Immer wieder wird Cannabis als Einstiegsdroge in den Heroinkonsum bezeichnet und das deswegen, weil 90 % der Heroinabhängigen vorher Cannabis konsumiert haben, es haben aber auch 95 % der Heroinabhängigen vorher Zigaretten geraucht. Nikotin wird aber nicht als Einstiegsdroge genannt. Die Behauptung ist also sehr wage.

In jedem Fall bedeutet der Konsum illegaler, wie auch legaler Drogen eine Gefährdung!!

Legale Drogen

Legale Drogen sind für jedermann meist leicht zugänglich und von der Gesellschaft akzeptiert, obwohl es weit mehr Todesfälle infolge unmäßigen Alkoholkonsums und infolge des Rauchens gibt als durch die so genannten "Drogen".

Alkohol

Wirkungen:
In kleineren Dosen wirken alkoholische Getränke entspannend, erheiternd und anregend. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, man ist "gut drauf", und kommunikationsbereit. In höheren Dosen kommt es aber zum Verlust der Selbststeuerung, zum Verlust der Kontrolle über Sprache und Bewegung, zum Nachlassen von Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, sowie zu gereizt-aggressiven Stimmungslagen. Langzeitfolgen sind u. a. Depressionen, Hautveränderungen, vorzeitiges Altern, Zerstörung von Gehirnzellen. Bei einer Überdosierung kommt es zu Vergiftungserscheinungen, der Tod im Alkohol-Koma durch z. B. Blutdruckabfall, Herzversagen etc. tritt ungefähr bei einem Blutalkoholspiegel von 2 bis 6 Promille ein. Bei Alkoholkranken treten Schädigungen in allen Organen auf.

Abhängigkeit:
sich langsam entwickelnde starke seelische und körperliche Abhängigkeit.

Statistik:
In Deutschland lebt im Schnitt in etwa in jeder zehnten Familie ein Alkoholiker, das macht insgesamt etwa 2,5 Millionen behandlungsbedürftige alkoholkranke Menschen. Unter dieser Abhängigkeit müssen etwa fünf bis acht Millionen Ehepartner, Kinder und Verwandte der Betroffenen leiden.

Einen riskanten Alkoholkonsum pflegen in Deutschland über sechs Millionen Menschen - davon fast 500.000 Kinder und Jugendliche. Sie weisen ein missbräuchliches oder/und abhängiges Konsumverhalten auf. So sind schätzungsweise 160.000 Kinder und Jugendliche bis zirka 25 Jahre alkoholabhängig oder stark alkoholgefährdet. Und etwa fünf Prozent der 12-jährigen trinken regelmäßig Alkohol.
Das ist besonders problematisch, da das Nervensystem eines jungen Menschen sehr viel empfindlicher auf Alkohol reagiert als das Erwachsener.

Nikotin

Schädigend wirken hier insbesondere Nikotin, Teerbestandteile und Kohlenmonoxyd. Auch die Schädlichkeit des "Passivrauchens" gilt heute als nachgewiesen. Das Image des Rauchens in der Öffentlichkeit hat sich durch umfangreiche Aufklärungskampagnen u. a. Maßnahmen grundlegend gewandelt. Nicht-Rauchen gilt mittlerweile als das sozial wünschenswerte Verhalten und die Interessen der Nicht-Raucher finden zunehmend Beachtung, z. B. durch Rauchverbote in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden oder durch rauchfreie Zonen in Speiselokalen.

Wirkung:
Je nach Stimmungslage stimulierende oder entspannende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, Gefühl von Geborgenheit und Souveränität. Steigert die Konzentration, dämpft den Hunger, löst Angst und Spannungen. Verengung der Blutgefäße (kühle Haut, Blutdruckanstieg, schnellerer Herzschlag, verminderte Durchblutung). Bei höherer Dosierung starke Blutdruckschwankungen, Übelkeit, Schweißausbrüche, Kolikschmerzen im Leib.

Langzeitfolgen:
Verminderte seelische und körperliche Leistungsfähigkeit. Gefäßverengung führt zu: Herz- Kreislaufschäden, Herzinfarkt, Mangeldurchblutung besonders der Beine bis zum Gewebezerfall (Raucherbein), Schlaganfälle möglich, Stoffwechselveränderungen, Nachlassen der Sehkraft. Schädigung der Atmungsorgane: Chronische Bronchitis (Raucher-Katarrh, - Husten), Lungenblähung, Kehlkopf- und Mundhöhlenkrebs.

Abhängigkeit:
Seelische Abhängigkeit, bei einem Teil der Raucher kommt es zu voller Suchtentwicklung.

Statistik:
Es rauchen etwa ein Drittel der Erwachsenen.

In Deutschland gibt es ca. 19 Millionen Raucher, die für ihre Sucht pro Jahr insgesamt 20 Milliarden Euro ausgeben, d. h, dass jeder Raucher etwa 1000 Euro für seine Sucht ausgibt.

Weltweit rauchen ca. 1 Milliarde Menschen. Durchschnittlich rauchen sie 15 Zigaretten am Tag.

Jährlich sterben ca. 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens (Bei Verkehrsunfällen sind es 11.000) und 70.000 - 100.000 werden frühzeitig invalide. Durch Passivrauchen sterben jedes Jahr ca. 3.400 Menschen!

Alle 10 - 15 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch am Rauchen. Das sind in einem Jahr 3 Millionen Menschen, die durch Folgen des Rauchens sterben. Dies entspricht einem Sechstel aller Todesfälle!

Über 500 Millionen Menschen, die jetzt weltweit noch Leben, sterben voraussichtlich am Rauchen. Das sind über 8% der Weltbevölkerung.

Es werden in Deutschland täglich 400 Millionen Zigaretten (5 Zigaretten pro Einwohner), 4 Millionen Zigarren bzw. Zigarillos, 40 Tonnen Feinschnitt und 4 Tonnen Pfeifentabak geraucht. In einem Jahr werden weltweit über 5 Billionen industriell hergestellte Zigaretten geraucht.

Am Tag Rauchen weltweit über 6000 Jugendliche ihre erste Zigarette. Nach vier Zigaretten raucht man im Durchschnitt 30 Jahre lang.

Medikamente

Medikamente sind synthetische oder natürliche Stoffe, mit denen man die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktion des menschlichen Körpers bzw. seelische Zustände im heilenden Sinne beeinflussen kann. Wer Medikamente zwanghaft und wegen ihrer seelischen Wirkung langandauernd einnimmt, ist abhängig. Oft wird das Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung kennen gelernt und die Einnahme erscheint auch bei selbständiger längerer Verwendung erlaubt (legitimiert) zu sein.
Medikamentenabhängigkeit ist schwer zu erkennen ( keine "Fahne", rasche Einnahme...) und bleibt deshalb oft lange ohne Behandlung. Bei der Einführung neuer Arzneimittel achtet man nicht immer ausreichend auf ihr Suchtpotenital und durch die Werbestrategien trägt die Pharmaindustrie zuweilen selbst zur Verbreitung des Missbrauchs bei.

Ein Film der DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. zum Medikamenten-Missbrauch

Schmerz- und Hustenmittel (Analgetika / Antitussieva )
Diese Mittel lindern Schmerzen, regen an und haben (Codein) manchmal auch eine euphorisierend Wirkung. Sie täuschen ein angenehmes Körpergefühl vor und können, vor allem als Kombinationspräparate, eine psychische Abhängigkeit erzeugen.

Langzeitfolgen: psychische Abstumpfung, Leber- und Nierenschäden

Dämpfende Mittel und Schlafmittel (Hypnotika, Sedativa)
Barbiturate oder Tranquilizer (z. B. Valium) wirken beruhigend, angst- und spannungslösend, erregungsdämpfend oder schlaffördernd. Sie sind die am meisten angewandten Suchtmittel in Tablettenform. Früher wurde das Abhängigkeitspotential (körperlich und seelisch) dieser Substanzen stark unterschätzt. Dementsprechend sorglos war die ärztliche Verschreibungspraxis bei diesen kurzfristig hochwirksamen und den Patienten schnell entlastenden Medikamenten. Mittlerweile gelten wesentlich strengere Verordnungsrichtlinien.

Langzeitfolgen: Nachlassen von Reaktions- und Konzentrationsvermögen. Schäden an Blutbild, Kreislauf, Leber, Persönlichkeitsabbau

Aufputschmittel (Stimulantien, zentral erregende Mittel, Appetitzügler)
Diese Mittel wirken vorübergehend leistungssteigernd, beseitigen Hungergefühl und Schlafbedürfnis und verleiten zur Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Nach dem Absetzen bleibt ein Erschlaffungsgefühl und eine Katerstimmung mit körperlichen Missempfindungen, depressiver Tönung oder Angstzuständen, die zur weiteren Einnahme verführen. Längerer Missbrauch kann zu körperlichem Verfall und zu schizophrenieartigen psychotischen Zuständen führen. Nicht selten entsteht ein Teufelskreis der gleichzeitigen Abhängigkeit von Aufputschmitteln morgens und Schlafmitteln abends.

Langzeitfolgen: schwere Organstörungen und Herzversagen möglich.

Statistik: Die geschätzte Zahl behandlungsbedürftiger Abhängiger in Deutschland liegt bei rund 1,4 Millionen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Hinzu kommt der Medikamentenmissbrauch von Alkohol- und Drogenabhängigen.

Illegale Drogen

Der Besitz und Vertrieb von so genannten "illegalen Drogen" ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten; Verstöße dagegen sind strafrechtlich zu verfolgen. Außerhalb der Substanzbezogenen Gefahren, die diese Drogen mit sich bringen, kommt auf die jugendlichen Konsumentinnen, Konsumenten noch eine große Gefahr hinzu. In der Illegalität der Drogen steckt eine große psychische und soziale Gefährdung. Man wird selbst kriminell und kommt zwangsläufig mit entsprechenden Kreisen in Kontakt.
Das Leben wird geprägt durch Ladendiebstähle, Prostitution, wechselseitigem sich "linken" usw. und all das in einem Alter, in dem Menschen noch stark geprägt werden.

Haschisch und Marihuana (Cannabis-Präparate)
Haschisch ("Shit") ist das Harz der Hanfpflanze, Marihuana ("Gras") ihre getrockneten Blüten, Blätter und kleinen Stängel. Marihuana wird geraucht, Haschisch mit Tabak vermischt geraucht, in Kekse gebacken, in Tees getrunken.

Wirkung:
Individuell sehr unterschiedlich, häufig sind: allgemeines Wohlbefinden, gehobene Stimmung, Kontaktoffenheit, Gesprächigkeit, erst Ruhelosigkeit, später Antriebsverlust, Sinnestäuschungen, selten echte Halluzinationen, Veränderung des Raum-, seltener des Zeitgefühls, bei höheren Dosen überwiegt die Dämpfung.

Akute Gefahren:
Sinnestäuschungen und entsprechende Fehlhandlungen, Unfallgefahr, Angst- und Panikzustände bis hin zu "Horror-Trips" wie bei Halluzinogenen

Langzeitfolgen:
Krebs der Atemwege und Beeinträchtigung von Immunitätsvorgängen wahrscheinlich, Nachlassen der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, der Motivation zum Lernen ("Aussteiger-Mentalität"), Antriebsverlust, Depressionen, Verwirrtheitszustände, seelische Entwicklungsstörungen, Persönlichkeitsabbau bei intensivem Missbrauch.

Abhängigkeit:
langsam eintretende seelische Abhängigkeit, selten nachweisbare körperliche Abhängigkeit

Halluzinogene
LSD (synthetisches Produkt) ist das bekannteste Halluzinogen. Reicht die Wirkung der Halluzinogene subjektiv nicht mehr aus, erfolgt leicht Übergang zu anderen Drogen. Wirkungsdauer je nach Substanz zwischen 10 Minuten bis ca. 8 Stunden.

Wirkung:
Je nach Substanz unterschiedlich, Veränderung des Empfindens mit Sinnestäuschungen bis hin zu voll entwickelten Halluzinationen, Gefühlen der Entpersonalisierung, meist mit leichter Euphorie, trügerisches Gefühl der "Bewusstseinserweiterung", nicht selten: Angstgefühle bis zum "Horror-Trip" und offener Panik, Echo-Phänomene, auch lange Zeit später möglich.

Akute Gefahren:
Nicht als solche erkannte Sinnestäuschungen und entsprechende Fehlreaktionen, Halluzinationen mit Allmachts-Illusionen, u. U. selbstzerstörerische Handlungen wie Fenstersturz in dem Irrglauben, fliegen zu können, ein "Horror-Trip" kann in eine Psychose münden.

Langzeitfolgen:
Bei intensivem Missbrauch Abwendung von der realen Welt, Einkapselung, ausschließliche Beschäftigung mit esoterischen Dingen, schließlich Handlungsunfähigkeit, Apathie

Abhängigkeit:
Seelische Abhängigkeit

Heroin (Opiate)
Heroin (ein zentrales Schmerzmittel) wurde als vermeintlich nicht suchterzeugendes, in Wahrheit jedoch stärker wirksames, stärker euphorisierendes und stärker Abhängigkeitsförderndes Ersatzmittel für Morphium eingeführt. Wichtigstes Szene-Opioid, Grundhandelsware des Dealertums; weltweit verbreitet. Heroin ist nicht mehr im Handel und nicht verschreibbar. Es wird in die Vene gespritzt, durch die Nase geschnupft oder inhaliert.

Wirkung:
Beeinflussung des Zentralnervensystems, stark euphorisierend, angst- und schmerzlindernd, auf ein blitzartiges, orgiastisches Hochgefühl folgt wohlige Dösigkeit mit dem (unrealistischen) Gefühl des Einklangs mit der Welt und des Verblassens aller Probleme, negative Nachschwankung (Depression, Unruhe).

Akute Gefahren:
Häufig Tod durch Überdosierung und giftige Beimengungen - Bewusstlosigkeit, Atemlähmung, Infektionsgefahr (Geschwüre, Hepatitis, Aids), Unfallgefahr durch Bewusstseinstrübung und Koordinationsstörungen

Langzeitfolgen:
Dosis wird gesteigert, wegen Toleranzentwicklung, reizbar, aggressiv, Verlust jeglichen Interesses, Beschaffungskriminalität, Prostitution, Verwahrlosung, Abkehr von der realen Welt (Leben in der "Szene") Persönlichkeitsabbau, egozentrisiert, Wahnideen, Gehirnschäden, Abmagerung, Verödung der Venen, körperlicher Verfall.

Abhängigkeit:
Sich fast sofort einstellende stärkste körperliche und seelische Abhängigkeit

Kokain
Kokain wird aus den Blättern des in Südamerika wachsenden Kokastrauches gewonnen. Es ist weißes Pulver. Hoher Preis und kurze Wirkungsdauer bedeuten eine Konsumbegrenzung, aber auch Zwang zur Beschaffungskriminalität. Crack eine rauchbare Form des Kokains, ist in Deutschland bislang nur gelegentlich aufgetaucht.

Wirkung:
Starke Erregung des zentralen Nervensystems, Überaktivität, Euphorie, übersteigertes Kontaktbedürfnis, sexuelle Erregung, Hemmungslosigkeit, Allmachtsgefühle, Sinnestäuschungen, die positiv empfundene Phase endet in einem als Zusammenbruch erlebten Endzustand

Akute Gefahren:
Herz - Kreislaufüberlastung, Tod durch Atemstillstand möglich, Fehleinschätzungen mit paranoiden Reaktionen, Kurzschlusshandlungen, Halluzinationen bis zu offenen psychotischen Episoden

Langzeitfolgen:
Ein Leben zwischen Misstrauen, tiefen Depressionen, Verzweiflung und manisch-euphorischer Überaktivität, gepaart mit dem Gefühl der Unentrinnbarkeit, Aggressionen, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Abmagerung bis zum körperlichen Verfall, Persönlichkeitsabbau, Verwahrlosung, Auslösung / Entstehung von Psychosen möglich

Abhängigkeit:
Sehr starke, sich rasch entwickelnde seelische Abhängigkeit

Statistik:
In Deutschland liegt die Gesamtzahl der Abhängigen von illegalen Drogen bei etwa 120 000. Rund zwei Drittel von ihnen sind männlich. Der Anteil Erwachsener hat gegenüber dem Jugendlicher in den letzten Jahren zugenommen. Derzeit am häufigsten missbraucht werden Cannabis-Präparate (Haschisch, Marihuana) und Heroin. Steil angestiegen ist in den letzten Jahren der Missbrauch von Kokain.

Designer-Drogen und Schnüffelstoffe
Designer-Drogen werden in privaten Labors synthetisch hergestellt. Es werden ständig durch die Veränderung der chemischen Zusammensetzung neue Drogen entworfen. Durch die chemische Manipulation wird versucht das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen, bis die neue Droge für illegal erklärt wird. Sie werden geschluckt, gespritzt oder gesnieft.
Schnüffelstoffe (legal) sind meist flüssige organische Lösungsmittel (Aceton, Benzin u. a.), die eingeatmet zu einem Rausch, einer Trunkenheit, oft bis zur Bewusstlosigkeit führen. Zu dieser Gruppe gehören Kleber und Leime, Farbverdünner, Nagellackentferner u. v. a. Die Konsumenten sind überwiegend Kinder und "Teens".

Wirkung:
Designerdrogen: dämpfend bis euphorisierend oder halluzinogen
Lösungsmittel: Befindlichkeitsveränderungen, Rausch, ungewöhnliche, gesteigerte Sinneswahrnehmungen, Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit

Akute Gefahren:
Designerdrogen: ein besonderes Risiko birgt die ungewisse Zusammensetzung des Stoffes. Rauschdauer, Intensität des Rausches und Nebenwirkungen sind kaum einzuschätzen, akute Vergiftungsgefahr
Lösungsmittel: Angstzustände im Rausch, Panikreaktionen, Erstickungstod in der Bewusstlosigkeit, Verbrennungen und Verätzungen der Atemwege

Langzeitfolgen:
Designerdrogen: je nach Substanz
Lösungsmittel: Einengung der Interessen, Entwicklungsverzögerung, chronische Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Appetitmangel, schwere Organ- und Nervenschäden durch einzelne Inhaltsstoffe wurden beobachtet, bei lang anhaltendem Missbrauch Demenz (Verblödung), spastische Lähmung

Abhängigkeit:
erhebliche seelische Abhängigkeit, bei Designerdrogen ist körperliche Abhängigkeit nicht auszuschließen

Statistik:
In Deutschland liegt die Gesamtzahl der Abhängigen von illegalen Drogen bei etwa 120 000. Rund zwei Drittel von ihnen sind männlich. Der Anteil Erwachsener hat gegenüber dem Jugendlicher in den letzten Jahren zugenommen. Derzeit am häufigsten missbraucht werden Cannabis-Präparate (Haschisch, Marihuana) und Heroin. Steil angestiegen ist in den letzten Jahren der Missbrauch von Kokain.

Glücksspiel

Jeder Mensch hat einen gewissen Spieltrieb in sich. Bei den Geldspielautomaten sind die Gewinnchancen gesetzlich vorgeschrieben, sie vermitteln aber trotzdem das Gefühl durch die Start, Stopp und Risiko Tasten, dass man aktiv in das Spiel eingreifen kann und Gewinn oder Verlust nicht dem Zufall überlassen muss. Diese krankhafte Spielsucht betrifft hauptsächlich Männer. Am Beginn dieser Sucht steht meist ein größerer Geldgewinn. Die triebhaft Spielenden nehmen jede Gelegenheit zum Spielen wahr und spielen, bis sie alles, was sie besitzen, und alles,was sie sich leihen oder beschaffen können, verloren haben. Spielhallen und der Standort der Geldautomaten in Restaurants, zusammen mit dem Stress des Erwartens, verleiten zu übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum. Missbrauch von Alkohol und anderen Suchtmitteln ist daher unter süchtig Spielenden eher die Regel.

Folgen:
Zerstörte Ehen, hohe Verschuldung, Verlust des Arbeitsplatzes und Straftaten zur Deckung des Geldbedarfs.

Essstörungen

90 % der an Essstörungen leidenden Personen sind weiblich. Beratungsstellen berichten aber von einer Zunahme des Anteils männlicher Ratsuchender. Es werden drei Formen gestörten Essverhaltens unterschieden. Trotz aller äußerlichen Verschiedenheiten haben die an Essstörungen Leidenden vieles gemeinsam. Zum Beispiel die Fixierung auf Fragen der Ernährung, ein verzerrtes Körperbild und fehlende Akzeptanz des eigenen Körpers sowie die mangelnde Fähigkeit zu unbeschwertem Genießen. Zwischen den einzelnen Formen gestörten Essverhaltens sind die Grenzen fließend. So erlebt etwa die Hälfte der Magersüchtigen auch Phasen der Ess-/Brechsucht mit extrem negativen Folgen für ihr Selbstwertgefühl, während diejenigen, die normalerweise unter ihren Essanfällen leiden, auch Zeiten kennen, in denen sie wie die Magersüchtigen und mit der gleichen Befriedigung hungern. Weit verbreitet ist zusätzlicher Alkohol- und Medikamentenmissbrauch (z. B. Appetitzügler, Abführmittel, harntreibende Mittel - mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion). Diese Mittel führen zu Wasserverlust - daher die vermeintliche Gewichtsabnahme - und dadurch zu einer Senkung des Natrium- und Kalium-Spiegels. Folgen: ernste Rückwirkungen auf die Nieren und die Herzmuskulatur. Ausbildung einer Osteoporose. Der natürliche Ablauf des Stoffwechsels wird behindert, erneuter Medikamentenmissbrauch ist die Folge.

Fettsucht (Adipositas)
Eine Essstörung liegt dann vor, wenn die Beschäftigung mit dem eigenen Körpergewicht und ständiges Diäthalten den Alltag dominieren; das zentrale Merkmal süchtigen Verhaltens, die Kontrollunfähigkeit, ist allerdings nicht gegeben.

Gefahren: Essanfälle oder permanentes Essen führen zu erheblichem Übergewicht, das Herz, Kreislauf und Skelett überlastet und auf lange Sicht Diabetes, Gicht, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Gelenkleiden begünstigt.

Folgen: Die Betroffenen leiden an Minderwertigkeitsgefühlen, Kontaktschwierigkeiten und sozialer Diskriminierung.

Ess- / Brech-Sucht (Bulimia nervosa, Bulimie)
Diese Sucht ist gekennzeichnet durch einen Kreislauf aus Heißhungeranfällen und Selbstausgelöstem Erbrechen. Sie sind meist normalgewichtig, haben jedoch den Wunsch, schlanker zu sein. Das Versagen bei dem Bemühen um Kontrolle und das als pervers empfundene eigene Essverhalten verursachen extreme Schuld- und Schamgefühle und isolieren die Betroffenen. Der ständige Magensaftverlust durch Erbrechen führt zu ähnlichen körperlichen Schädigungen wie der Missbrauch von abführenden und harntreibenden Mitteln; die Übersäuerung der Mundhöhle verursacht Zahnverfall.

Magersucht
Magersüchtige nehmen nur ein Minimum an Nahrung zu sich und verfolgen ihr Ziel "schlank" zu werden, mit unerbittlicher Konsequenz; ihren Leibesumfang schätzen sie wesentlich zu hoch ein. In der Regel sind sie überaktiv und entwickeln besonderen sportlichen und schulischen bzw. beruflichen Ehrgeiz. Essen wird als Triebbefriedigung gesehen und abgelehnt. Stolz und Freude finden die Betroffenen allein in der Askese. Manche hungern sich buchstäblich zu Tode. Als lebensrettende Maßnahme kann eine Zwangsernährung in einer Klinik notwendig sein.

Aufhören ist möglich!

Der Ausstieg aus einer Abhängigkeit beginnt mit der Einsicht:
"Ich bin süchtig, so kann ich nicht weitermachen, der Preis ist zu hoch."

Der Wunsch aufzuhören ist in der Regel begleitet von der Suche nach Hilfen beim Entwickeln von Alternativen, beim Lernen und Ausprobieren neuer Verhaltensweisen und Einstellungen.
Drogenberatungsstellen und Selbsthilfegruppen können jetzt sachkundig Unterstützen.